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Ev.-Luth Kirchgemeinden Hartenstein und Thierfeld

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Hartenstein, 04.03.21

Wochenbrief  10. Woche 2021

3. Sonntag der Passionszeit: „Okuli“ (= „Meine Augen sehen stets auf den Herrn.“ Ps 25,15)

 

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Schwestern und Brüder,

eigentlich würde mit diesem Sonntag die Bibelwoche beginnen. Doch leider bremst uns das schlecht fassbare Virus aus. Wir sollen uns auch weiter nur zu Gottesdiensten mit Abstand treffen. Zu einer Bibelwoche würde aber auch das Gespräch über den Text gehören. Und das ist mit Abstand fast nicht möglich.

Nun soll heute wenigstens ein Bibelabschnitte aus der Bibelwoche drankommen der mit 6 weiteren unter der Überschrift „Jesus begegnen“ aus dem Lukasevangelium ausgewählt wurde: Lukas 5,1-11:

  1. Es begab sich aber, als sich die Menge zu Jesus drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth.
  2. Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze.
  3. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus.
  4. Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!
  5. Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.
  6. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen.
  7. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken.
  8. Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.
  9. Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten,
  10. ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.
  11. Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

 

Ich möchte heute der Frage nach gehen: „Wie schafft Jesus die Lebenswende bei Petrus, und schafft er sie auch so bei uns?“

zu V. 7: Eben noch hat sich Petrus wahnsinnig über den großen Fang gefreut. Er wollte alle Fische sicher nach Hause bringen. Deshalb rief er seine Kollegen.

Jetzt wäre eigentlich ein Fischerfest angesagt gewesen; nach dem Verkauf, nach dem Gewinn, mit den Familien; und Petrus wäre als „Superfischer“ gefeiert worden. Sie hätten Jesus gefragt, wie er das gemacht hatte und sie hätten geplant, wie die neue Fangstrategie von nun an aussehen soll. Aber Nichts von Alledem. Warum war das so?

Weil Petrus Jesus erkannt hat und sich selbst.

Kannte Petrus Jesus denn vorher nicht? Kannte er denn sich selbst nicht?

Petrus kannte sich selbst, mit seiner etwas vorlauten und ein bisschen aufbrausenden Art. Eben ein Mensch, wie du und ich.

Petrus kannte auch Jesus. Er hatte von ihm nicht nur gehört, sondern auch erlebt, wie er seine Schwiegermutter geheilt hat. Er war selbst dabei, beim Heilungswunder von Jesus (Lk4,38).

Aber das hat ihn nicht verändert. Er war der Alte geblieben. Warum eigentlich? Jesus hatte sich ja offenbart mit der Heilung. Aber Petrus hat das einfach kalt gelassen.

So, wie es uns auch oft geht: im gläubigen Elternhaus groß geworden, die ganze christliche „Karriere“ mit allen Scheinen in der Gemeinde absolviert, viele Erlebnisse mit Jesus erzählt bekommen, aber kalt geblieben. Für manch einen ist das eine richtige Not. Du gehörst zur Gemeinde, aber die Lebensverbindung zu Jesus, die fehlt irgendwie.

Was war bei dem Fischzug des Petrus anders?

Wie hat Jesus das Herz von Petrus erreicht?

  1. Jesus nimmt Petrus mit einem einfachen Dienst in Anspruch: Jesus mit dem Boot auf den See hinaus rudern. Das war für Petrus eine ganz, ganz leichte Übung.
  2. Petrus lässt sich stören. Er lässt die Netze, die er gerade geflickt hat, die Vorbereitung für die nächste Arbeitsschicht, einfach liegen.

            Das sind 2 wichtige Punkte, die auch heute geschehen: Für das Gemeindeleben muss      z.B. Kaffee gekocht werden und müssen Bänke gestellt werden. Leichte Übungen.       Lässt Du Dich bitten? Unterbrichst Du Deine Alltagsarbeiten, und wenn sie noch so           überlebenswichtig erscheinen? Und schon bist du dabei in der Gemeinde und hörst       Gottes Wort / Jesu Wort in der Verkündigung.

Denn 3.: Jesus gibt Petrus einen weiteren Auftrag: V.4: …. Ein Auftrag, den Petrus zunächst irritierend oder befremdlich oder absurd, auf jeden Fall herausfordernd einschätzte.

Jesus hält den Widerspruch von Petrus aus.

            Manchmal spricht uns eine Predigt oder ein Bibelwort an und fordert uns heraus:

            z.B. Jesus zu bezeugen auf der Arbeit oder in der Familie;

            oder: einen ersten Schritt zur Versöhnung zu gehen;

            oder: das Leben neu nach Gottes Willen zu ordnen mit dem Partner oder der Familie       oder auf Arbeit oder mit der Nachbarschaft.

            Jesus hält auch unseren Widerspruch aus.

  1. Petrus tut, was Jesus sagt, und erkennt Jesus und sich selbst.

            Genauso ist es wichtig auch für uns, dass wir den Auftrag von Jesus/Gott ausführen,       auf sein Wort hin. Dann merken wir: Gott kümmert sich um mein kleines Leben. Er   will etwas mit mir zu tun haben. Das haut mich um. Und ich erkenne wie ich wirklich bin: ein Sünder! Gott passt nicht zu mir und ich nicht zu ihm. Ich erkenne mich, dass     ich auf Gottes Gnade angewiesen bin.

  1. Jesus redet mit Petrus: V. 10 am Ende: „Fürchte dich nicht, …“

            Das können wir in der Seelsorge erleben, wo wir vor Gott bekennen und umkehren,        in all den Bereichen, in denen wir nicht zu ihm passen. Da hören wir auch das     „Fürchte dich nicht“ Gottes und bekommen einen Auftrag zugesprochen.

Wir merken: auch heute will Gott mit unserem Leben zu tun haben. Wir können in die Lebensverbindung mit IHM kommen, wenn wir die Begegnung mit IHM zulassen im einfachen Dienst und ihm Hören auf sein Wort. Obwohl Gott unseren Widerspruch aushält dürfen wir aber nicht dabei stehen bleiben.

Die Lebensverbindung mit IHM kostet was, was wir gut leisten können. Dazu fordert uns unser Wort heute heraus.

Willst Du dich von Jesus in Dienst nehmen lassen?

Willst Du sein Wort an dich heranlassen?

Und willst Du mutig Schritte gehen, die Jesus dir zeigt?

Dann findet die Lebensverbindung mit Jesus statt.

Zum Schluss: Petrus war nach dieser Begegnung noch keinesfalls perfekt. Die Lebensschule mit Jesus ging gerade erst los.

So ist es auch für uns. Solange wir in dieser Welt leben bleiben wir in der Lebensschule mit Jesus. ER führt uns so, dass wir vorbereitet werden auf das endgültige Leben mit IHM in der Herrlichkeit Gottes. Das ist unsere feste und getroste Zuversicht.

 

Herzliche Grüße,                   

Ihr Pfarrer Martin Gräßer