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Ev.-Luth Kirchgemeinden Hartenstein und Thierfeld

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Hartenstein, 25.11.20

Wochenbrief  49. Woche

1. Advent, 29.11..2020

 

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Schwestern und Brüder,

mit dem 1. Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Wir gehen auf Weihnachten zu, den Geburtstag von Jesus. Auf IHN wollen wir uns vorbereiten, denn er ist nicht nur der, der in Bethlehem geboren wurde, sondern auch der, der wiederkommt, als der Herr aller Herren, der Erlöser und der Richter.

Heute werden in unserer Landeskirche und in unseren Gemeinden die neuen Kirchenvorstände in ihr Amt eingeführt. Dazu hören wir als Predigtwort die bekannte Verheißung Gottes bei Sacharja 9,9+10:

9 Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.

10 Denn ich will die Wagen vernichten in Ephraim und die Rosse in Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.

Wie spricht Gott uns an, die wir am Anfang des Weges mit einem neuen Kirchenvorstand stehen?

„Leben im Licht des kommenden Herrn“, so möchte ich die heutige Verkündigung überschreiben.

Was ist wichtig für unser praktisches Leben, wenn wir auf den kommenden Herrn zu leben?

4 Tatsachen sind Gott wichtig, die ER SEINEM VOLK zusagt:

  1. Jerusalem spielt eine wichtig Rolle
  2. Die Demut des neuen Königs
  3. Was ist Gott im Blick auf Macht wichtig?
  4. Frieden, wie Gott ihn schenken will

1. Wenn wir zur Gemeinde Gottes gehören, dann ist Jerusalem auch für uns eine ganz wichtige Stadt. Hier will der lebendige Gott wohnen. Bei David tritt Jerusalem richtig in den Vordergrund. Salomo darf hier den Tempel Gottes bauen, damit Gott mitten unter seinem Volk wohnen kann. (Aber schon vorher spielt Jerusalem eine Rolle als die Jebusiterstadt.) In Jerusalem zieht Jesus ein, so, wie es hier bei Sacharja verheißen ist, als der Friedenskönig. In Jerusalem gründet Gott die erste Gemeinde. Jerusalem, der Zion, wird auch in der Zukunft der Ort sein, an dem Jesus wiederkommt und an dem das himmlische Jerusalem, das von Gott kommt, die Erde berührt. (Dabei ist das himmlische Jerusalem der Bau, den Gott selbst baut mit den lebendigen Steinen, die wir Christen darstellen, alle, die mit ihrem Leben zu Jesus gehören.)

Das heißt für unser Leben, dass wir Jerusalem im Blick behalten sollen, als die Gottesstadt in Israel. Es ist wichtig, dass wir die Verbindung zu Israel halten und das Volk Gottes immer wieder segnen. Genauso ist es wichtig, dass wir auch unsere Gemeinde als Gemeinde Jesu erkennen. Denn alle, die in unserer Gemeinde zu Jesus gehören, werden von Gott in das himmlische Jerusalem eingebaut, schon jetzt. Also haben wir eine große Verantwortung für unsere Gemeinde.

 

2. Lassen wir uns praktisch von der Demut Jesu leiten?

Bei uns Christen entwickelt sich, wenn wir länger im Glauben leben, gern ein gewisses Bewusstsein für unser Christsein. Und wenn wir dazu noch eine Leitungsaufgabe übernehmen dürfen, sind wir anfällig dafür, auf andere, die noch nicht so weit sind, herab zu schauen.

Wie müsste Jesus auf uns herabschauen, wenn er genauso gestrickt wäre, wie wir?

Im Gegensatz zu uns handelt ER in vollkommener Demut. Der Gerechte kommt zu den Ungerechten. Der König reitet auf einem Esel, dem Lasttier der normalen Leute.

Er kommt, als einer, dem geholfen wurde. Das steckt eigentlich hinter dem Wort „Helfer“. Denn Jesus kommt nicht in eigener Vollmacht, sondern in der Vollmacht, im Auftrag und in der Kraft Gottes. Jesus unterstellt sich freiwillig dem lebendigen Gott. Er lässt sich von Gott helfen, bei seinem Dienst für uns Menschen. Und nur so wird er zum Sieger über den Tod.

Wenn wir uns also an Jesus orientieren, dann ist es auch für uns wichtig, nicht in eigener Vollmacht zu handeln, sondern dass wir uns, wie Jesus, von Gott helfen lassen: - Aus der Schuld heraus. Denn nur so können wir in Gottes Sinn unseren Dienst in der Gemeinde vollziehen, als KV, aber auch als ganz normale Christen in Familie, in der Nachbarschaft und auf Arbeit.

 

3. In V. 10 wird beschrieben, wie Gott seinem Volk das Kriegsgerät wegnimmt.
Das ist für mich ein Hinweis zum Umgang mit der Macht. Es kommt für die Leute Gottes nicht auf ihre eigene Macht an, dass sie sich durchsetzen. Sondern Gottes Heilsplan soll zum Ziel kommen. Damit das geschieht, werden wir in der Gemeindearbeit auch von unserer Landeskirche zur Einmütigkeit angehalten. Deshalb sollen z.B. im Kirchenvorstand Kampfabstimmungen vermieden werden. Es soll die Einmütigkeit gesucht werden. Das heißt nicht, dass alle einer Meinung sein müssen. Sondern es geht darum dass der beste Kompromiss gefunden wird, im Gespräch, den dann alle, auch die mit einer anderen Meinung, mittragen können.

Weder die Entscheidung des Mächtigsten, noch die Macht der Mehrheitsmeinung sind für uns die beste Möglichkeit, sondern die Einmütigkeit im Hören auf einander und auf Gott. Und das versuchen wir im Kirchenvorstand umzusetzen.

 

4. Gott möchte Frieden verwirklichen jetzt schon in dieser Welt und in seiner Herrlichkeit sowieso.

Deshalb geht es bei Frieden für uns Christen immer um den Frieden mit Gott durch die Vergebung Jesu und um den Frieden unter einander, indem wir uns gegenseitig unsere Schuld vergeben. Oberflächlicher Friede, wo nur mal die Waffenschweigen, vorübergehend oder auch dauerhaft, ist nicht der Friede, den Gott schenken will.

Jesus ist dazu gekommen, dass wir wirklichen Frieden finden mit Gott und mit unseren Mitmenschen.

Lasst uns in der Nachfolge Jesu, uns für diesen göttlichen Frieden stark machen.

Der Blick auf Jerusalem, die Orientierung an der Demut Jesu, der richtige Umgang mit Macht und das Streben nach dem echten Frieden, den nur Gott schenken kann, das sind entscheidende Hinweise für uns alle, wenn wir Jesus nachfolgen und IHM dienen wollen.

        

Herzliche Grüße und Gott befohlen,       

Ihr/Euer Pfarrer Martin Gräßer