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Ev.-Luth Kirchgemeinden Hartenstein und Thierfeld

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Hartenstein, 03.04.20

Wochenbrief 3 zum Palmsonntag

Liebe Schwestern und Brüder,

wir leben nun schon in der 3. Woche, in der die Kontaktsperre gilt. Die Konfirmation in Thierfeld steht eigentlich an, muss aber jetzt ausfallen. Die Abschlussjahrgänge der Schulen bangen um ihre Abschlüsse. Viele Selbständige wissen nicht, wie es weiter geht. Wir alle sind wie dauernd unter Strom, weil wir alle unsicher sind, was kommt. Wir schauen auf die Situation in dieser Welt und auf uns selbst und versuchen uns zu schützen.

In diese Situation hinein erreicht uns der Predigttext des Palmsonntags. Wir beginnen die Karwoche. Es ist die „Salbung Jesu in Bethanien“: Mk 14,3-9:

3 Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt.

4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls?

5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.

6 Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.

7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.

8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis.

9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

Ob die Jünger sich nach dem Tod Jesu geschämt haben, für ihr Auftreten? Warum haben sie die Frau angefahren? Weil sie ihre Ruhe haben wollten? Weil sie mit Jesus allein sein wollten? Weil sie Jesus für sich haben wollten?

Die Frau aber bringt Jesus ihre Liebe. Jesus ist es ihr wert, dass sie dieses kostbare Öl für ihn verwendet. Einen ganzen Jahreslohn war es wert. (Heute zwischen 20T und 30T €.) Wie sehr hat sie sich dafür über lange Zeit eingeschränkt und gespart?

Wie einen König, oder Priester oder Propheten hat sie Jesus gesalbt. Sie hat ihn geehrt, als das, was er wirklich ist, König, Priester und Prophet. Alles in einer Person.

Ob das die Jünger auf dem Schirm hatten, wer Jesus wirklich ist?

Ich meine: Nein! Sie waren mit ihren Glaubensvorschriften beschäftigt. Sie haben bei Geld sofort an die Armen gedacht, wie es sich für einen gläubigen Menschen gehörte. Sie waren ganz nah bei Jesus, äußerlich, aber sie waren nur mit sich selbst beschäftigt.

Das erlebe ich leider oft auch bei mir und bei uns: - in frommen und guten Gedanken, aber mit mir beschäftigt. Wo ist meine Liebe zu Jesus? Was ist ER mir wert? Wann ehre ich Jesus als König, als Priester und als Prophet? Diese drei Berufsbezeichnungen hängen in der Bibel alle ganz direkt mit Gott zusammen. Gott wollte durch die Könige, durch die Priester und durch die Propheten seinem Volk Gutes tun. Durch sie wollte ER es selbst leiten und führen, damit das Leben gelingt.

Doch wann ehre ich Jesus als den, der alle Macht hat, der mich und uns alle führen und leiten will, damit unser Leben gelingt?

Stattdessen mache ich mir Sorgen um mich und meine Gemeinde, bestenfalls noch um bedürftige Menschen.

Aber damit soll Schluss sein. Ich will Jesus in den Blick nehmen. Jesus hat nicht gerechnet, wie die Jünger, denn wo wir anfangen zu rechnen, da stirbt die Liebe. Sondern er hat sein ganzes Leben hingegeben für uns Menschen aus Liebe. Jesus hat die Liebe gelebt und verwirklicht.

IHN will ich wieder lieben: auf IHN schauen, auf IHN hoffen und IHM vertrauen.

ER hat für alle Menschen die Erlösung am Kreuz vollbracht. ER ist auferstanden und lebt und hat dem schrecklichen Tod die Macht genommen. ER hat uns den Zugang zum ewigen Leben in Gottes Herrlichkeit geöffnet. ER kommt auch zurecht mit allen Widrigkeiten des Lebens, auch jetzt in den Corona-Zeiten.

ER ist es wert, dass ich mich IHM ganz hingebe. Das will ich tun.

Ich frage: wo willst du mich gebrauchen? Im Gebet? Im Geben von Geld? In ganz konkreter Hilfe für Menschen in Not? Vielleicht fällt Ihnen/Dir noch etwas anderes ein?

Wir merken: wenn ich Jesus lieben will, dann kommt sofort der Nächste in den Blick.

Ja, so können wir die Liebe zu Jesus ausdrücken, indem wir die von IHM GELIEBTEN Menschen in den Blick nehmen.

Lasst uns in dieser Weise Jesus lieben, der uns zuerst geliebt hat, in dem wir füreinander und für die Menschen um uns her da sind, mit Gebet, mit einem Anruf, mit einem Hilfsdienst.

Auf das gemeinsame Gebet zum Gebetsläuten am Mittag und am Abend weise ich nochmal hin.

Wer Hilfe braucht, oder Hilfe anbietet, melde sich bitte im Pfarramt oder beim Kirchenvorstand.

 

Gott segne und bewahre Sie in der kommenden Zeit in Jesus, unserem Herrn und Heiland und auch gesundheitlich.

Ihr Pfarrer Martin Gräßer