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Andacht zum Monatsspruch April:

Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte. (Joh.20,18)

Den Frauen begegnete der Auferstandene zuerst. Mögen die Ostergeschichten der Evangelien die Ereignisse an jenem ersten Tag der Woche verschieden erzählen, in einem waren sie sich immer einig: Die ersten, denen der auferstandenen Jesus begegnete, waren Frauen. Ungewöhnlich ist das deshalb, weil Frauen damals kein volles Zeugnisrecht hatten. Ihre Aussagen vor Gericht hatten wenig Gewicht. Wenn also die Ostergeschichten bloß etwas Ausgedachtes gewesen wäre, wie ihnen zu allen Zeiten vorgeworfen wird, hätte man sich wohl besser männliche Zeugen ausgedacht. Warum erzählen sie dann übereinstimmend, dass der Auferstandene zuerst den Frauen begegnet ist. Es war einfach so!

Maria von Magdala entdeckt am Ostermoren das geöffnete Grab. Sie hat dafür nur die Erklärung: Jemand hat ihn aus dem Grab – einer Gruft im Felsen – weggetragen. Petrus und der Lieblingsjünger sehen ins leere Grab hinein. Einer rätselt, einer glaubt. Selbst als Jesus danach die ratlose Maria anspricht, will sie immer noch Auskunft darüber, wo sein Leichnam denn jetzt hingeschafft worden wäre. An Auferstehung, an den Sieg des Herrn über den Tod, an Gottes Antwort auf die Hinrichtung Jesu denkt Maria immer noch nicht. Erst nachdem Jesus sie persönlich mit Namen anspricht, erkennt sie den Herrn und erkennt, dass der Herr lebt. Den Auferstandenen erkennen wir, weil er sich zu erkennen gibt. Man erkennt ihn nicht durch Nachdenken oder überzeugende Argumente. Auch die Jünger Jesu, denen Maria von ihrem Erlebnis berichtet, erkennen ihn erst, da Jesus ihnen begegnet. Maria verkündet: „Ich habe den Herrn gesehen.“ Sie erzählt von dem, was ihr persönlich widerfahren ist und was ihr damit auch zur festen Gewissheit geworden ist. Anders als bei Lukas 24,11 lesen wir im Johannesevangelium nichts von einer Reaktion der Jünger (außer Thomas in Joh. 20, 25). Wundert uns das? Die Auferstehung zu glauben, ist alles andere als selbstverständlich. Ebenso, wie Auferstehung alles andere als selbstverständlich ist.

Wir feiern im kommenden Osterfest die Auferstehung unseres Herrn. Wie wunderbar! Es ist nicht mit Karfreitag, mit Tod und Grab zu Ende. Gottes Handeln und Wirken hört nicht auf beim Tod. Wenn wir wohl selbst sagen oder hören „Hier kann man gar nichts mehr tun!“, hat Gott noch alle Möglichkeiten. Mich tröstet das, wenn ich auf unsere Zeit sehe, wo ein Schrecken nach dem anderen kommt: die Pandemie, der Aggressionskrieg Russlands gegen die Ukraine mit allen Gefahren, die damit nicht nur für die Menschen in der Ukraine, sondern für den Frieden in Europa und in der Welt drohen. Gott hat noch alle Möglichkeiten. „Der Herr ist auferstanden!“ Und er lässt sich seinen Sieg über den Tod nicht mehr nehmen. Es braucht manchmal Zeit, bis sich diese Erkenntnis durchsetzt. Auch die Jünger, auch Maria von Magdala haben Zeit gebraucht, bis sie glauben konnten. Auch wir brauchen dafür Zeit, bis der Auferstandene so zu uns spricht, dass wir es hören und glauben können. Tod und Grab sind nicht das Ende – nicht für Jesus unseren Herrn, nicht für unsere Welt und nicht für uns.

Liebe Leserinnen und Leser, wenn wir Ostern feiern, dann soll es mehr sein als die Freude über den anbrechenden Frühling oder das Wiedererwachen des Lebens nach diesem (Schein-) Winter. Dann wollen wir es feiern als unser Fest des Lebens und der Hoffnung gegen allen Tod, der als Seuche und Krieg und was auch immer daherkommt. Es soll ein Fest sein, das neben Trauer die Hoffnung stellt und neben Angst das Vertrauen auf Gott. „Jesus lebt, mit ihm auch ich, Tod, wo sind nun deine Schrecken“ (Evangelisches Gesangbuch 115). Lassen Sie uns das zu Ostern feiern.

 

Herzlich grüßt Sie

Dieter Bankmann