Immaterielles Kulturerbe Friedhofskultur

Hartenstein

Unser Hartensteiner Friedhof steht jetzt im Zeichen des immateriellen Kulturerbes Friedhofskultur. In den vergangenen Wochen wurden entsprechende Hinweisschilder an den Eingängen des Friedhofs angebracht, um so auf die wichtige Bedeutung der Friedhofskultur für unsere Stadt aufmerksam zu machen. Hartenstein ist damit Teil eines bundesweiten Netzwerks, um auf diese Art und Weise auf die vielschichtige Bedeutung der Friedhöfe für unsere Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Bereits im März 2020 hatte die Kultusministerkonferenz auf Empfehlung der Deutschen UNESCO-Kommission diese Ernennung zum immateriellen Kulturerbe beschlossen. Allerdings ging die Auszeichnung im Corona-Lockdown völlig unter, weshalb man jetzt mit der Aktion „Friedhöfe auszeichnen“ auch bei uns in Hartenstein auf diese wichtige Ernennung aufmerksam macht. Es sind nicht die Friedhöfe an sich zum immateriellen Kulturerbe ernannt worden, sondern die Friedhofskultur, also all das, was Menschen auf dem Friedhof tun. Dazu gehöre das Trauern, Erinnern und Würdigen genauso wie das Gestalten, Pflegen und Weiterentwickeln.

Unser Friedhof ist vor allem auch ein Ort des Glaubens, der weit über den persönlichen Bezug hinaus eine identitätsstiftende Bedeutung für unsere Gesellschaft hat. Hervorzuheben ist auch die historische Dimension der Denkmäler. Der Kulturraum Friedhof bildet den größten Skulpturenpark unserer Stadt und ist zugleich Inspirationsfläche für viele Kunstformen. Besonders bedeutsam ist auch seine soziale Funktion: Der Friedhof erweist sich als Treffpunkt für Familien oder Angehörige und wirkt auch sozialer Vereinsamung von Hinterbliebenen entgegen. Nicht zuletzt zeigt sich dieser Kulturraum über kulturelle und religiöse Unterschiede hinweg als ein Ort der Integration und des Friedens. Nicht zu vergessen ist die Bedeutung der Friedhöfe für den Naturschutz, zum Beispiel auch als Ort der Biodiversität.

Grundvoraussetzung für die Ernennung der Friedhofskultur in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe war für die UNESCO „die Lebendigkeit der kulturellen Ausdrucksform“. Es gehe nicht um ein Mumifizieren unserer Friedhöfe, sondern um deren zeitgerechte Weiterentwicklung. So werde man auch in Zukunft Bestattungsformen anbieten, die den Wünschen der Menschen entsprechen wie z.B. naturnah gestaltete oder pflegeleichte bzw. pflegefreie Grabformen.

Die Auszeichnung des Friedhofs unserer Stadt hat das „Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur“ initiiert, dass sich der Pflege und Weiterentwicklung dieses Kulturerbes verschrieben hat. Auf seiner Seite www.kulturerbe-friedhof.de finden sich umfangreiche Informationen über die Friedhofskultur in Deutschland, die Ernennung zum immateriellen Kulturerbe und deren Bedeutung für unsere Gesellschaft.

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